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Redaktion

Nach Sweep: Dodgers-Dynastie am Ende?

Nach zwei World Series Titeln in Folge ist der Traum vom Three-Peat geplatzt. Nun stehen die Dodgers vor einem Winter voller Fragen: Wie geht es mit Shohei Ohtani weiter, ist der Kader zu alt und bleibt der finanzielle Vorteil?

17. Oktober 2026

Niklas R. · Analyse

Nach Sweep: Dodgers-Dynastie am Ende?

Dass man von den Brewers gesweept wird, hatte wohl niemand bei den Dodgers kommen sehen. Vermutlich hat dies auch der Rest der Welt nicht kommen sehen.

Gegen das Team aus dem Bundesstaat Wisconsin hatten die Männer in Blau die gesamte Serie über kaum Antworten und somit verabschieden sich die Dodgers erstmals seit der Ohtani-Verpflichtung ohne World-Series-Titel in die Offseason.

Ist dies nun das Ende der Dodgers-Dynastie?

Wir schauen uns die wichtigsten Fragen an, die die Dodgers in der Offseason beantworten müssen.

Ohtanis Gesundheitsprobleme werfen Fragen auf

Eine der größten Baustellen betrifft ausgerechnet Baseball-Einhorn Shohei Ohtani. Der Japaner sollte 2026 erstmals seit drei Jahren wieder als vollwertiger Two-Way-Player auflaufen.

Was zunächst auch hervorragend funktionierte, flog den Dodgers und Ohtani später wie ein Bumerang um die Ohren. Knie- und Bizepsprobleme ließen Ohtanis Leistung zum Ende der Saison deutlich abfallen und zwischenzeitlich landete er sogar auf der Verletztenliste.

Dabei kämpfte „Sho“ bereits seit dem Sommer mit körperlichen Beschwerden, dennoch verzichteten die Dodgers lange darauf, ihn aus dem Lineup zu nehmen.

In der Postseason blieb Ohtani weitgehend hinter den Erwartungen zurück. Sein Three-Run-Homerun in Spiel 4 war einer der wenigen Lichtblicke, genützt hat es bekanntlich nichts mehr.

Für die Verantwortlichen stellt sich nun die Frage, ob ein früheres Eingreifen die Saison des wichtigsten Spielers hätte retten können. Und wie sollte man Ohtani, der nächste Saison 33 Jahre alt wird, in Zukunft einsetzen?

**Offensive bricht erneut in der zweiten Saisonhälfte ein
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Doch nicht nur Ohtani enttäuschte. Wie bereits im Vorjahr verlor die hochkarätig besetzte Dodgers-Offensive nach einem starken Saisonstart zunehmend an Durchschlagskraft.

Mit einem wRC+ (Weighted Runs Created Plus) von 118 (100 entspricht dem MLB-Durchschnitt) führten die Dodgers diese Statistik bis Ende Juni an. In der zweiten Saisonhälfte fiel der Wert auf 102 – was Platz 12 bedeutete.

Besonders deutlich wurde dieser Trend in den Playoffs. 5 von 43 lautete das vernichtende Urteil für die Dodgers bei Runnern in Scoring Position in der diesjährigen Postseason.

Mit insgesamt acht Homeruns in der NLDS konnte man dieses Problem noch kompensieren. Gegen das starke Brewers-Pitching gelang den Dodgers aber nur ein Ball aus dem Ballpark – zu wenig!

Eine alternde Mannschaft braucht frisches Blut

Ein Dodgers Team was nicht mehr das Jüngste istEin Dodgers Team was nicht mehr das Jüngste ist

30,9 Jahre – das ist das Durchschnittsalter des Dodgers-Lineups, das damit als ältestes Lineup der MLB gilt. Leistungsträger wie Freddie Freeman (37 Jahre), Max Muncy (36) und Mookie Betts (34) bilden den Kern der Mannschaft, doch die Frage nach einem Generationswechsel wird immer drängender.

Miguel Rojas hat mittlerweile sein Karriereende bekannt gegeben und es stellt sich auch die Frage, ob Kiké Hernández 2027 noch Teil der Dodgers bzw. der MLB sein wird.

Gleichzeitig, und das lässt Dodgers-Fans weiterhin ruhig schlafen, drängen Talente wie der 21-jährige Josue De Paula in die MLB. Auch All-Stars wie Andy Pages (25 Jahre) übernehmen bereits eine Schlüsselrolle.

Die größte Herausforderung liegt hier bei Präsident Andrew Friedman, der es schaffen muss, das Team zu verjüngen, ohne kurzfristig an Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen.

Bleiben die Dodgers auf dem Transfermarkt aggressiv?

Auch finanziell stehen richtungsweisende Entscheidungen bevor. Nicht nur ein möglicher Salary Cap spielt hier eine Rolle.

Was macht man mit Tarik Skubal? Der zweifache Cy-Young-Gewinner wird nach seinem halbjährigen Gastspiel bei den Dodgers Free Agent und wird aller Wahrscheinlichkeit nach einen der lukrativsten Pitcherverträge der MLB-Geschichte unterschreiben.

Gehen die Dodgers da mit? Weder von den Dodgers noch von Skubal hat man hierzu bisher etwas gehört.

Die finanziellen Verpflichtungen der Dodgers sind bereits enorm. Die für die Luxury Tax relevante Payroll lag 2026 laut Cot's Contracts bei ca. 432,8 Mio. US-Dollar.

Neben einem drohenden Salary Cap könnten auch die laufenden Ermittlungen gegen Eigentümer Mark Walter Fragen über die langfristige Investitionsbereitschaft aufwerfen.

Das Ende einer Ära?

Trotz des deutlichen Ausscheidens wäre es verfrüht, die Dodgers-Dynastie für beendet zu erklären.

Mit Ohtani, Betts, Freeman und Will Smith verfügen die Dodgers weiterhin über einen außergewöhnlichen Kern, der größtenteils langfristig unter Vertrag steht.

Spieler, die den Verein verlassen, können durch das extrem starke Farm-System aufgefangen werden (De Paula, Pages, Rushing usw.).

Was die Spielergewerkschaft freuen dürfte, ist die Tatsache, dass finanzielle Überlegenheit allein keine Titel garantiert.

Die Dodgers haben nun eine Offseason lang Zeit, Antworten auf ihre gesundheitlichen, offensiven und altersbedingten Probleme zu finden.

Doch die entscheidende Frage sollte nicht lauten: Wie kommen wir 2027 wieder in die World Series? Sondern: Wie können wir unsere Erfolgsgeschichte langfristig fortsetzen?

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