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Redaktion

Warum die Milwaukee Brewers die World Series 2026 gewinnen werden

Es gibt Playoff-Teams, die gewinnen, weil ihre Superstars heißlaufen. Und es gibt Teams, die gewinnen, weil sie ihre Gegner über neun Innings hinweg zu immer neuen Entscheidungen zwingen bis irgendwann ein Pitch, ein Matchup oder ein defensiver Spielzug kippt. Die Milwaukee Brewers gehören in diesem Oktober zur zweiten Kategorie. Sie haben die San Diego Padres ausgeschaltet, die Los Angeles Dodgers in der National League Championship Series mit 4:0 gesweept und sich damit erstmals seit 1982 wieder für die World Series qualifiziert. Jetzt wartet Tampa Bay.

23. Oktober 2026

Kevin K. · Bases Loaded Blogbeitrag

Warum die Milwaukee Brewers die World Series 2026 gewinnen werden
Foto: By Ed Bierman from CA, usa - Miller Park, Home of the Brewers, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=89402715

Milwaukee bringt dafür mehr mit als eine gute Storyline. Die Brewers gewannen 103 Spiele in der regulären Saison, schlugen die Dodgers trotz eines Rückstands von vier Runs in Spiel 4 der NLCS und demonstrierten gegen Yoshinobu Yamamoto und Blake Snell, dass selbst Elite-Starter nicht unangreifbar sind.

Der entscheidende Punkt ist nicht, dass Jake Bauers einen Homerun auf dem elften Pitch geschlagen hat. Es ist das Muster dahinter: Milwaukee kann geduldig sein, ohne passiv zu werden. Die Brewers können einen Pitcher mit langen At-Bats belasten und den nächsten Fehler trotzdem sofort bestrafen. Sie können mit Power gewinnen, aber auch über Walks, situatives Hitting, aggressives Baserunning und einen tiefen Bullpen.

Die Regular Season ist das Fundament, die Postseason der Beweis

103 Siege sind mehr als eine hübsche Zahl für den Saisonrückblick. Sie zeigen, dass Milwaukee über 162 Spiele ein konkurrenzfähiges Fundament aufgebaut hat. Der Sweep gegen Los Angeles ist dann der Nachweis, dass dieses Fundament auch gegen ein Roster mit außergewöhnlicher Starpower tragen kann.

Dabei war die NLCS keineswegs eine Serie, in der die Brewers viermal von Beginn an dominierten. Im Gegenteil den Milwaukee Brewers gelang das Kunststück, die Dodgers in einer Best-of-seven-Serie zu sweepen, obwohl die Brewers in jedem Spiel zwischenzeitlich zurücklagen.

Das ist ein wichtiges Detail. Ein Team, das nur gewinnt, wenn sein Starter sieben dominante Innings liefert und die Offensive früh fünf Runs auf das Board bringt, hat einen relativ schmalen Pfad zum Sieg. Milwaukee hat einen breiteren.

Die Brewers können einen Rückstand aufholen, mehrere Pitcher in einer Partie einsetzen, einen gegnerischen Reliever attackieren oder über einen einzigen langen At-Bat das Momentum drehen. Sie haben in der Postseason unterschiedliche Spielsituationen erlebt und trotzdem viermal gegen die Dodgers gewonnen.

Die reguläre Saison sagt uns, dass Milwaukee gut ist. Die Postseason zeigt, wie gut dieses Team mit Drucksituationen umgehen kann.

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Ein Rückblick auf die Padres-Serie

Das erste Spiel gegen San Diego ist ein guter Einstieg, weil es eine vermeintliche Schwäche der Brewers auf den Kopf stellte: ihre Power.

Milwaukee hatte in der regulären Saison 154 Home Runs geschlagen, der niedrigste Wert in der National League und der zweitniedrigste in der gesamten MLB. Dann kamen in Spiel 1 der NLDS alle drei Runs über Home Runs.

Jackson Chourio attackierte bereits den ersten Pitch eines Sliders von Robbie Ray an. Der Ball flog mit einer Exit Velocity von 113,3 mph ins linke Outfield. William Contreras entschied die Partie später mit einem Solo-Homerun gegen Adrián Morejón, dessen 3-2-Sinker er ins Right-Center-Field beförderte. Morejón hatte zuvor 8⅓ Postseason-Innings in Folge keinen Run zugelassen. Die beiden Homeruns erzählen unterschiedliche Geschichten.

Chourio nutzte einen Pitch, den er früh im Count attackieren konnte. Contreras wartete bis zu einem kritischen Moment gegen einen Reliever, der bis dahin in der Postseason dominiert hatte.

Das ist die offensive Bandbreite, die Milwaukee braucht. Es wäre ein Fehler, aus der niedrigen Saison-Home-Run-Zahl abzuleiten, dass die Brewers keine Power besitzen. Die Zahl beschreibt, was über 162 Spiele passiert ist – nicht, was ein einzelner Batter mit einem Fehler in der Strike Zone machen kann.

Die Konsequenz für Tampa Bay ist klar: Die Rays dürfen sich nicht darauf verlassen, dass Milwaukee geduldig bleibt, nur weil die Brewers in der regulären Saison vergleichsweise wenige Homeruns geschlagen haben. Ein Pitch im falschen Teil der Zone kann die komplette Run-Expectancy verändern.

Auch das Bullpen-Matchup war ein Statement
San Diegos Bullpen galt als eine der stärksten Einheiten der Liga. Trotzdem schlug Contreras Morejón in einem High-Leverage-Moment, während Milwaukee seinerseits fünf Reliever einsetzte und Trevor Megill für ein Vier-Out-Save heranzog.

Das ist mehr als eine Anekdote. Die Brewers waren bereit, ihre gewohnten Rollen zu verlassen, wenn die Situation es verlangte. Sie setzten DL Hall ein, um ein Bases-loaded-Problem zu lösen, und vertrauten Megill mehr als den üblichen drei Outs an. Diese Bereitschaft, den Bullpen nach Spielsituation statt ausschließlich nach klassischen Rollen zu managen, ist für die World Series ein echter Vorteil. Tampa Bay ist selbst ein taktisch flexibles Team. Milwaukee wird deshalb nicht mit einem starren Plan gewinnen, sondern mit der Fähigkeit, sich an die konkrete Batterfolge und die verfügbaren Pitcher anzupassen.

Ein Blick in die Dodgers-Serie – Die Combackqualitäten als Blaupause

Schauen wir zurück auf das Game 4 der NLCS: Die Dodgers gingen mit 4:0 im zweiten Inning in Führung. Shohei Ohtani schlug einen Three-Run-Homerun, und Tyler Glasnow kontrollierte die Brewers zunächst. Milwaukee hätte sich von diesem Start aus dem Spiel drängen lassen können. Stattdessen begann das Comeback mit Bauers' Two-Run-Double im vierten Inning. David Hamilton brachte Milwaukee mit einem RBI-Single näher heran, bevor Bauers im fünften Inning den Ausgleich erzwang. Millwaukee egalisierte zu diesem Zeitpunkt zum 4-mal in der NLCS eine Führung der Dodgers!

Garrett Mitchell schlug im sechsten Inning den Go-ahead-Homerun. David Hamilton setzte im neunten Inning mit einem weiteren Homerun den Schlusspunkt zum 6:4.

Die Offensive war dabei nur die halbe Geschichte. Vier Milwaukee-Pitcher hielten die Dodgers in den letzten sieben Innings ohne Run. Aaron Ashby übernahm die letzten drei Innings, ließ keinen Run zu und rettete das Spiel. Zweimal ließ Milwaukee den möglichen Ausgleichsrun auf Third Base zurück.

Das ist die Art von Spiel, die einen Titelkandidaten ausmacht. Die Brewers konnten einen frühen Rückstand nicht nur offensiv ausgleichen, sondern anschließend die knappe Führung über mehrere Innings verteidigen.

Der Sieg zeigt drei Dinge:

  1. Milwaukee kann über mehrere Plate Appearances hinweg Runs erzeugen, statt auf einen einzigen Homerun angewiesen zu sein.
  2. Der Bullpen kann auch dann funktionieren, wenn der Starter früh aus dem Spiel muss.
  3. Die Brewers können in entscheidenden Momenten den Gegner auf Base lassen, ohne dass daraus automatisch Runs entstehen.

Gerade der dritte Punkt ist wichtig. Eine Mannschaft kann den Gegner nicht immer daran hindern, Base Runner zu erzeugen. Sie muss aber verhindern, dass jeder Runner automatisch zum Run wird.

Milwaukee hat gegen die Dodgers gezeigt, dass es diese Aufgabe über sieben Innings bewältigen kann.

Ein Blick in die Zukunft

Die Tampa Bay Rays haben genügend Qualität, um die Serie zu gewinnen. Die Rays sind taktisch flexibel, können Kontakt produzieren und haben sich ihren Platz in der World Series verdient. Darüber hinaus haben sie bislang ein exzellentes Fielding. Im Lineup verfügen sie über eine Mischung aus Power und Speed, die in ihrer Ausprägung wahrscheinlich ihres gleichen sucht. Warum bin ich trotzdem davon überzeugt, dass die Brewers gewinnen werden? Milwaukee hat in der Postseason etwas gezeigt, dass ich für entscheidend halte: Die Brewers können auch dann gewinnen, wenn das Spiel nicht nach Plan läuft. Im Football wären sie der relentless Runner, der dem Team die nötigen Yards bringt, um wieder ins Spiel zu finden. Sie können einen Rückstand aufholen. Sie können einen Elite-Starter über lange At-Bats belasten. Sie können einen Elite-Reliever mit einem einzigen entscheidenden Hit schlagen. Und sie können eine Führung über mehrere Innings mit einem variablen Bullpen verteidigen. In der Natur wären sie ein Chamäleon, welches sich seiner Umgebung anpasst, um dann seine Beute zu fangen. Und im Baseball sind sie einfach die Millwaukee Brewers. Das Team, das nicht auf Fehler wartet, sondern sie erzwingt. Das Team, das die gegnerischen Bases solange terrorrisert, bis es den Weg aufs Scoreboard gefunden hat. Das Team, das mit dem Pitching core jedes Spiel bestimmen kann.

Brewers in 6!
Meint Bases Loaded Host Kevin

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