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Redaktion

Von 0:4 auf 2:0! Brewers drehen auch Spiel 2 der World Series

Vier Runs Rückstand nach dem ersten Inning, der gegnerische Ace auf dem Mound und eine drohende Niederlage vor heimischem Publikum. Doch die Milwaukee Brewers haben einmal mehr bewiesen, warum sie aktuell die vielleicht unangenehmste Mannschaft der gesamten MLB sind. Mit einem 5:4-Erfolg gegen die Tampa Bay Rays sichert sich Milwaukee auch Spiel 2 der World Series und reist mit einer 2:0-Serienführung nach Florida.

25. Oktober 2026

Niklas R. · News

Von 0:4 auf 2:0! Brewers drehen auch Spiel 2 der World Series

Wer nach dem ersten Inning des zweiten World-Series-Spiels bereits an einen Ausgleich der Tampa Bay Rays glaubte, hatte die Rechnung ohne die Milwaukee Brewers gemacht.

Denn die Mannschaft von Manager Pat Murphy scheint in dieser Postseason eine besondere Vorliebe für aussichtslos erscheinende Situationen entwickelt zu haben.

Schon gegen die Los Angeles Dodgers hatten die Brewers einen Vier-Run-Rückstand aufgeholt. Nun gelang ihnen dieses Kunststück erneut – und das ausgerechnet auf der größten Bühne des Baseballsports.

Traumstart für Tampa Bay – Albtraum für Milwaukee

Dabei hätte das Spiel für die Rays kaum besser beginnen können.

Gegen Brewers-Starter Logan Henderson legte Tampa Bay sofort los. Ein Wurffehler von Shortstop Cooper Pratt eröffnete das Inning und brachte Yandy Díaz auf die Base.

Anschließend sorgten Chandler Simpson und Junior Caminero mit RBI-Singles für die ersten beiden Runs.

Doch damit nicht genug.

Catcher Liam Hicks beförderte den Ball für einen Two-Run-Home-Run über den Zaun und stellte bereits im ersten Inning auf 4:0.

Das American Family Field war plötzlich erstaunlich ruhig.

Und mit Drew Rasmussen stand auf der Gegenseite ausgerechnet der Ace der Rays auf dem Mound.

Die Voraussetzungen für einen Serienausgleich schienen hervorragend.

Doch Milwaukee hatte andere Pläne.

Die Brewers arbeiten sich zurück

Anstatt angesichts des frühen Rückstands nervös zu werden, blieb Milwaukee seiner Spielphilosophie treu.

Die Brewers versuchten nicht, mit einem einzigen großen Schlag zurückzukommen. Stattdessen setzten sie auf geduldige At-Bats, konsequentes Baserunning und das Ausnutzen gegnerischer Fehler.

Bereits im unteren ersten Inning gelang es ihnen, zwei Runs zurückzuholen.

William Contreras und Garrett Mitchell sorgten mit RBI-Singles dafür, dass aus dem scheinbar komfortablen 4:0 innerhalb weniger Minuten ein 4:2 wurde.

Auch ein Defensivfehler der Rays spielte dabei eine Rolle: First Baseman Jonathan Aranda ließ zuvor einen eigentlich fangbaren Foulball von Contreras fallen.

Rasmussen fand anschließend nie richtig zu seinem gewohnten Rhythmus.

Nach nur 3⅔ Innings, sechs Hits und drei zugelassenen Runs war sein Arbeitstag bereits beendet.

Im vierten Inning verkürzte Milwaukee durch einen Groundball von David Hamilton auf 3:4. Erneut half ein Fehler von Aranda, dem der Ball durch die Beine rutschte.

Aus einem dominanten Auftakt der Rays war plötzlich wieder ein völlig offenes Baseballspiel geworden.

103 Plate Appearances ohne Home Run – dann kommt Sal Frelick

Der vielleicht wichtigste Moment des Abends folgte im sechsten Inning.

Sal Frelick trat gegen Rays-Reliever Ian Seymour an.

Der Outfielder der Brewers hatte seit dem 11. Juli keinen Home Run mehr geschlagen. Ganze 103 Plate Appearances waren seit seinem letzten Longball vergangen.

Doch ausgerechnet jetzt, im zweiten Spiel der World Series, fand Frelick den perfekten Moment, um diese Serie zu beenden.

Nach einem intensiven At-Bat über neun Pitches erwischte er einen Fastball und beförderte ihn 408 Fuß weit über den Zaun im Center Field.

Home Run! 4:4!

Das American Family Field explodierte.

Frelick verzichtete auf einen ausgedehnten Home-Run-Trot und sprintete beinahe um die Bases.

Für Milwaukee war es weit mehr als nur der Ausgleich. Die Brewers hatten einen Vier-Run-Rückstand vollständig aufgeholt und das Momentum endgültig auf ihre Seite gezogen.

Ausgerechnet Cooper Pratt wird zum Helden

Im siebten Inning folgte die endgültige Wende.

Brice Turang eröffnete den Durchgang mit einem Double gegen Tyler Wells. Nach einem Flyout von Garrett Mitchell rückte Turang auf die dritte Base vor.

Dann kam Cooper Pratt an die Platte.

Ausgerechnet jener Rookie, dessen Wurffehler im ersten Inning die frühe Rays-Führung mit eingeleitet hatte.

Pratt ließ sich davon nicht beeindrucken.

Gegen Kevin Kelly schlug der 22-Jährige einen Sinkball ins flache Right Field. Turang überquerte die Home Plate und brachte Milwaukee erstmals an diesem Abend in Führung.

5:4 Brewers!

Für Pratt war es der perfekte Moment, um seinen frühen Fehler vergessen zu machen.

Und für Tampa Bay war es der nächste bittere Rückschlag in einer World Series, in der bislang nahezu jede entscheidende Situation zugunsten der Brewers ausgeht.

Milwaukees Bullpen macht den Unterschied

Während Tampa Bay nach dem ersten Inning keinen einzigen weiteren Run erzielen konnte, lieferte Milwaukees Bullpen eine beeindruckende Vorstellung ab.

JoJo Romero, Dustin May und DL Hall übernahmen jeweils ein scoreloses Inning. Abner Uribe steuerte vier Outs bei, bevor Aaron Ashby die Partie beendete.

Insgesamt blieb der Brewers-Bullpen über sechs Innings ohne zugelassenen Run.

Besonders bemerkenswert: Ashby hat in dieser Postseason mittlerweile 15⅔ Innings absolviert, ohne einen einzigen Earned Run zuzulassen.

Ganz ohne Drama ging es allerdings auch diesmal nicht.

Jonny DeLuca eröffnete das neunte Inning mit einem Double und brachte Tampa Bay noch einmal in eine aussichtsreiche Position.

Doch Ashby behielt die Nerven.

Mit zwei Strikeouts, darunter dem entscheidenden gegen Yandy Díaz bei vollem Count, machte er den zweiten World-Series-Sieg perfekt.

Milwaukee gewann 5:4 und baute seine Serienführung auf 2:0 aus.

Die Rays schlagen sich teilweise selbst

So beeindruckend die Aufholjagd der Brewers war, so bitter dürfte die Niederlage für Tampa Bay sein.

Denn die Rays hatten durchaus Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen.

Neben dem frühen Vier-Run-Vorsprung leistete sich die Mannschaft von Kevin Cash mehrere vermeidbare Fehler.

Besonders folgenschwer war eine Szene im sechsten Inning.

Nach einem Single von Victor Mesa Jr. versuchte Liam Hicks, von der zweiten Base aus zu punkten.

Doch Brewers-Outfielder Jackson Chourio reagierte schnell und warf den Ball präzise zur Home Plate.

Catcher William Contreras setzte den Tag und verhinderte damit einen weiteren Run der Rays.

Es war eine riskante Entscheidung, die Tampa Bay eine wichtige Scoring Opportunity kostete.

Gerade gegen eine Mannschaft wie Milwaukee, die selbst kleinste Fehler konsequent bestraft, können solche Situationen über Sieg und Niederlage entscheiden.

Rays-Manager Kevin Cash räumte nach dem Spiel ein, dass seine Mannschaft keineswegs ihren saubersten Baseball gespielt habe.

Und genau darin liegt bislang der größte Unterschied zwischen beiden Teams.

Milwaukee nutzt seine Chancen. Tampa Bay lässt zu viele davon liegen.

2:0 – und die Geschichte spricht für Milwaukee

Mit dem zweiten Sieg hat sich die Ausgangslage in der World Series deutlich verändert.

Historisch betrachtet stehen die Chancen der Brewers hervorragend.

Von den zuvor 57 Mannschaften, die in einer World Series mit 2:0 in Führung gingen, gewannen 46 anschließend auch den Titel.

Das entspricht einer Erfolgsquote von rund 81 Prozent.

Natürlich bedeutet das noch lange keine Entscheidung.

Schließlich wechseln die Teams nun den Spielort. Die kommenden drei Partien werden im Tropicana Field in St. Petersburg ausgetragen.

Für Tampa Bay bietet sich damit die Gelegenheit, vor heimischem Publikum zurückzuschlagen.

Doch der Druck ist enorm.

Verlieren die Rays auch Spiel 3, müssten sie anschließend vier Partien in Folge gewinnen, um ihre erste World Series der Franchise-Geschichte doch noch zu holen.

Ausgerechnet Freddy Peralta soll die Rays retten

Besonders interessant wird deshalb das dritte Spiel am Montagabend.

Denn mit Freddy Peralta schickt Tampa Bay ausgerechnet einen ehemaligen Brewers-Pitcher auf den Mound.

Der Rechtshänder spielte von 2018 bis 2025 für Milwaukee und gehörte über Jahre zu den wichtigsten Pitchern der Franchise.

Nun soll er verhindern, dass sein ehemaliges Team einen weiteren Schritt in Richtung World-Series-Titel macht.

Peralta befindet sich in hervorragender Form. In seinen vergangenen zehn Einsätzen kommt er auf eine Bilanz von 7:0 und eine ERA von lediglich 0.89.

Auf der Gegenseite wird Milwaukee mit Robert Gasser einen weiteren jungen Starter aufbieten.

Für die Rays könnte Spiel 3 damit bereits zu einer Art vorgezogenem Entscheidungsspiel werden.

Milwaukee fehlen nur noch zwei Siege

Die Brewers haben in den ersten beiden Spielen eindrucksvoll gezeigt, warum sie die beste Mannschaft der Regular Season waren.

Nicht unbedingt, weil sie ihre Gegner mit spektakulären Home Runs überrollen.

Sondern weil sie geduldig bleiben, Fehler ausnutzen und selbst bei deutlichen Rückständen niemals aufgeben.

Genau diese Eigenschaften haben Milwaukee bereits gegen die Dodgers ausgezeichnet.

Und genau diese Eigenschaften bringen die Franchise nun ihrem ersten World-Series-Titel immer näher.

Tampa Bay ist keineswegs chancenlos. Die Rays haben genügend Qualität, um die Serie noch einmal spannend zu machen.

Doch dafür müssen sie schnell eine Antwort finden.

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